Wenn Techs langweilig ist, kommen sie auf dumme Gedanken. Dann nehmen sie z. B. teuere DV-Camcorder und bauen daraus Webcams.
Okay, ganz so war es nicht. Die Idee kam mir, als ich meinen Sony PC4E DV Camcorder mal wieder in der Hand hatte. Ich hatte im Internet gelesen, dass für Linux eine Firewire-Unterstützung vorhanden ist und es Tools gibt, mit denen man Bilder von DV-Camcordern capturen kann. Es hat ein paar Stunden gedauert, bis ich den Camcorder korrekt ansprechen konnte. Das größte Problem war den Camcorder dazu zu bewegen, sich nicht von allein auszuschalten (Stromsparmodus trotz angeschlossenem Netzteil). Nach einigem Probieren kam ich drauf, dass es genügt die Kassette aus dem Camcorder zu nehmen, um ihn zur willenlosen Webcam zu degradieren.
Das Bild kommt von meinem DV-Camcorder. Es wird über Firewire mit linknet.pngdvgrab ausgelesen. Aus dem DV-Format (Format 2 bei „dvgrab“ ), wandle ich mit linknet.pngmplayer das Bild in ein PNG um. Nach einer Skalierung und Komprimierung ins JPEG-Format, mittels des convert-Befehls aus dem linknet.pngImage Magick Paket, wird das Bild lokal am Server abgelegt und ist über DynIP zu erreichen. Außerdem erzeuge ich mit mencoder (kommt bei mplayer mit) kurze XviD-Filme aus dem Rohmaterial.
In meiner Bildergalerie finden sich ein paar historische Bilder von der exeCAM. Neben dem aktuellen Bild erzeugt mein Script auch einen 24 Stundenfilm und ein Stundenbild.
Vielleicht werde ich mal versuchen den Zoom des Camcorders, per Infrarot fernzusteuern. Technisch sollte das kein Problem sein.
Das bash-Skript, welches alle diese Bilder und Filme erzeugt, kann man hier downloaden:
Die Systemanforderungen sind eher mäßig. HappyCAM braucht je nach Umfang der aktiven Optionen, bis zu 250MB Festplattenplatz. Um die Skalierung möglichst schnell durchzuführen, empfehle ich eine CPU mit 500Mhz oder mehr. Auf dem Zielsystem muss Image Magick, mplayer (mit XviD-Codec, falls Filme erzeugt werden sollen) und dvgrab installiert sein.