Das Insektenhotel

Besonders nützliche Insekten wie Marienkäfer, Florfliegen und verschiedenste Wildbienen möchte man im eigenen Garten haben, denn sie vertilgen z. B. Läuse. Damit sich Nutzinsekten im Garten ansiedeln und dort dauerhaft halten, kann man ihnen einen Unterschlupf zur Verfügung stellen. Darin können die Nützlinge ihre Eier ablegen oder überwintern. Da die Bewohner sehr unterschiedliche Ansprüche hinsichtlich ihrer Behausung stellen, sollte ein Insektenhotel verschiedene Lebensräume nachahmen. Um einen genauen Überblick zu diesem Thema zu erhalten, empfehle ich das Buch Das Insektenhotel aus dem Pala Verlag.

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Den Bau eines meiner eigenen Hotels habe ich für mich und andere Interessierte dokumentiert. Wenn das Material vorhanden ist, schätze ich den Arbeitsaufwand auf etwa drei bis vier Stunden.

Material

  • ca. 3m Bretter, 8 - 10cm breit, unbehandelt
  • ca. 1m Profilleiste, 3 x 0,5cm, unbehandelt
  • kl. Stück Kücken- oder Hasendraht
  • ca. 4m Abschnitte von Holunder oder Brombeerhalmen
  • ca. 4m Abschnitte von Schilfrohr
  • ein großes Stück Hartholz (z. B. Buche aus dem Brennholzstapel)
  • drei runde Stücke Hartholz
  • zwei Hände voll Stroh oder Holzwolle
  • ein Stück Dachpappe, etwa 10 x 80cm
  • einige Nägel (Dachpappenägel, U-Form), diverse Schrauben in verschiedenen Längen, evtl. einen Haken

Wer möchte kann eine kleine Beobachtungsstation integrieren. Dazu braucht man zusätzlich ein kleines Hartholzbrettchen (ca. 15x10x2cm), einige transparente Röhren (8cm lang, verschiedene Durchmesser) aus Kunststoff oder Glas (z. B. Spritzen), zwei kleine Haken und etwas Leim. Ich habe die Röhren aus einem kräftigen Kunststoffschlauch, wie er auch in Computerwasserkühlungen Verwendung findet, geschnitten.

Als Werkzeug braucht man eine Bohrmaschine oder einen Akkuschrauber, passende Bits für die Schrauben, verschiedene Bohrer in den Größen 2 - 10 mm, einen Hammer, eine Säge (gerne auch elektrisch ;-)), sowie einen Meterstab, Bleistift und einen Winkel. Es kann nicht schaden, wenn die Bohrer etwas hochwertiger oder spezielle Hartholzbohrer sind. So ein Stück Buche kann sich verdammt hart bohren lassen, wenn die Bohrer ungeeignet sind.

Zuzsammenbau und Befüllung

Die Bretter werden entsprechend der nebenstehenden Abbildung abgelängt und verschraubt, beim Dach müssen zusätzlich einige Kanten abgeschrägt werden. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, die Löcher für die Schrauben vorzubohren, da das Holz sonst gerne reißt.

Ist das Grundgerüst fertig, wird die Rückwand mit Brettern verschlossen. Das Stück Buchenholz wird in die unterste Aussparung eingepasst und dafür zurecht gesägt. Für diese Arbeit ist eine Motor- oder Bandsäge Gold wert. :) Passt das Stück in die Öffnung, werden in das Holzstück diverse Löcher in den Größen 2 - 10mm gebohrt. Dabei sollten die Löcher hinten noch geschlossen sein, also nicht ganz durchbohren. Abschließend wird der Bucheklotz mit zwei Schrauben von außen im Rahmen fixiert. Die Runden Hartholzabschnitte werden ebenfalls passend abgelängt und von hinten verschraubt.

Das mittlere Fach für Florfliegen und Maikäfer wird mit etwas Stroh befüllt. Dann wird ein Stück Drahtgitter darauf gelegt. Die nun aufgeschraubten Lamellenbretter fixieren dieses gleichzeitig.

Die Schilfhalme und Holunderzweige werden mit einer Säge auf die passende Länge gesägt und ins Fach gesteckt. Die Halme dürfen ruhig sehr streng sitzen, Vögel sollen später nicht in der Lage sein, einzelne Halme heraus zu ziehen. Dabei muss man auch beachten, dass die Zweige und Halme noch schrumpfen, wenn sie frisch geschnitten und eingepasst werden. Es schadet also nicht, wenn man ein paar Stücke mehr auf Lager hat und noch welche nachzustecken, falls durch die Trocknung alles etwas schwindet.

Das obersten Fach habe ich mit Rindenstücken gefüllt und ebenfalls mit Draht verschlossen. Dazu wurden an der Innenseite der Dachschrägen kleine Leisten von Außen angeschraubt um darauf den Draht zu befestigen.

Nach dem die Dachpappe festgenagelt ist, wird noch ein kräftiger Haken zum Aufhängen angebracht.

Fotos

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