Der erste Kontakt

Für alle tiefer gehende Arbeiten am FriendlyARM ist eine serielle sowei eine USB-Verbindung erforderlich. Weiterhin wird eine Terminalsoftware und ein spezielle USB-Upload-Tool benötigt.

Hardwarevoraussetzungen

Die serielle Verbindung stellt man über das mitgelieferte serielle Kabel zwischen dem PC und dem FriendlyARM her. Sollte man das SDK-Board des FriendlyARM besitzen ist der serielle Anschluss an der linken Gehäuseseite der richtige. Falls der Rechner über keine nach außen geführte serielle Schnittstelle mehr verfügt, was heute leider üblich ist, benötigt man zusätzlich einen USB-Seriell-Adapter. Diese Schnittstellen bekommt man für ca. 10 EUR beim Elektronikhändler des geringsten Misstrauens (z. B. bei Reichelt Elektronik).

Für die USB-Verbindung liegt ein USB-Kabel mit einem Typ A und einem Typ B-Stecker1) bei. Der Anschluss Typ B (quadratische Grundform) wird in den FriendlyARM gesteckt, das andere Kabelende in einen freien USB-Steckplatz am Rechner. Es kann vorkommen, dass das USB-Gerät bei den folgenden Verbindungsversuchen nicht erkannt wird, das war bei meinem Gerät der Fall. Offensichtlich sind die beigelegten Kabel gelegentlich defekt, mir er schien es etwas lang und günstig gefertigt. Mit einem Ersatzkabel funktionierte es problemlos. Ein passendes USB-Kabel kann man auch einzeln kaufen, der richtige Typ wird meist als USB-Druckeranschlusskabel verkauft. Es gibt auch Quellen im Netz, die empfehlen, das USB-Kabel nur für den Upload anzustecken und es anschließend sofort wieder zu entfernen, weil der Host-PC sonst Ärger machen könnte.

Verbindungssoftware unter Linux

Für mich hat sich die Software „picocom“ bewährt. Sie klein und einfach zu bedienen. Auf einem debianbasierendem Linuxsystem kann man sie mittels Apt installieren.

apt-get install picocom

Verbindung Schritt für Schritt

Steckverbindungen

Zunächst steckt man das serielle Verbindungskabel in den FriendlyARM. Das andere Ende verbindet man mit dem PC. Sollte man einen USB-Seriell-Adapter benutzen, so wie ich es auch tue, muss dieser in den USB-Port am Rechner gesteckt werden und das serielle Kabel an den Adapter. Man kann auch jetzt schon das beiliegende USB-Kabel mit dem Typ B-Stecker (quadratisch) in den FriendlyARM stecken und es noch nicht mit dem PC verbinden. Zuletzt verbindet man die passende Stromquelle mit dem FriendlyARM. Grundsätzlich kann jetzt auch schon ein Netzwerkkabel angesteckt und mit dem LAN verbunden werden, wir werden eine Netzwerkanbindung später vielleicht noch benötigen um Debian-Pakete zu installieren. Damit sind alle Vorbereitungen abgeschlossen.

Picocom starten

Nun kann Picocom gestartet werden. Die Verbindung bleibt die ganze Zeit bestehen und ändert sich auch nicht.

picocom -b 115200 /dev/ttyUSB0 --send-cmd "sx -vv"

Falls man keinen USB-Adapter benutzt heißt der richtige Port am Rechner „/dev/ttyS0“ oder „/dev/ttyS1“.

Teststart

Ist der FriendlyARM fabrikneu ist, dann ist ein Linux mit Qtopia-Oberfläche vorinstalliert. Schaltet man den FriendlyARM jetzt ein, sollten bei erfolgreicher Verbindung viele Meldungen über die Konsole flitzen, während er bootet. Am Ende steht die Nachricht:

Please press Enter to activate this console.

Auf dem Display sieht man nun die gestartet Qtopia-Oberfläche, standardmäßig ist sie chinesisch. Wer möchte kann sie im zweiten Reiter auf Englisch umstellen (Symbol mit chinesicher und englischer Flagge).

Booting...

Drückt man auf der Picocom-Konsole einmal die Enter-Taste hat man sofort eine Root-Shell. Wer möchte kann hier zum Abschluss ein wenig spielen. :)

BIOS

In das BIOS des FriendlyARM gelangt man, in dem man den unteren Wahlschalter (S2) auf „NOR“ stellt und den FriendlyARM resettet bzw. anschaltet.

Schalter 2

Auf der Konsole erscheint dann folgende Ausgabe:

##### FriendlyARM BIOS 2.0 for 2440 #####
[x] format NAND FLASH for Linux
[v] Download vivi 
[k] Download linux kernel 
[y] Download root_yaffs image 
[a] Absolute User Application
[n] Download Nboot for WinCE 
[l] Download WinCE boot-logo
[w] Download WinCE NK.bin 
[d] Download & Run 
[z] Download zImage into RAM 
[g] Boot linux from RAM 
[f] Format the nand flash 
[b] Boot the system 
[s] Set the boot parameters 
[u] Backup NAND Flash to HOST through USB(upload) 
[r] Restore NAND Flash from HOST through USB 
[q] Goto shell of vivi 
[i] Version: 0945-2K
Enter your selection:

Es ist zu beachten, dass wenn der FriendlyARM beim Einschalten von alleine booten soll, muss man den Schalter wieder in die Stellung „NAND“ bringen. Es ist auch möglich bei angeschlossener Konsole und der Schalterstellung „NOR“ den FriendlyARM zum Booten vom internen Flashspeicher (NAND) zu bewegen. Dazu drückt man die Taste „b“ → „[b] Boot the system“. Aus diesem einfachen BIOS ist es aber z. B. nicht möglich, von einer SD-Karte zu booten, daher installieren wir später U-Boot, der kann das.

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